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Amtsfischerei
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Zur Geschichte der Amtsfischerei |
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Die Entwicklung der Fischerei in Pockau wurde
hauptsächlich von der jeweiligen Herrschaft auf der Burg Niederlauterstein
bestimmt. Die Burg diente im 12. Jahrhundert dem Schutz der Händler auf
den Böhmischen Steigen und war für den Markgrafen von Meissen ein Stützpunkt
für die Kolonisation des Reichslandes. Im Auftrag der auf Lauterstein
herrschenden Feudalherren von Leisnig warben Lokatoren junge, hoflose Bauern aus
Franken als Siedler an und führten sie in den Talkessel der Pockau. Es entstand das
Waldhufendorf Pockau, zu dem auch das Fischereigut gehörte. 1365 belehnte
Lautersteiner Burggraf Albrecht von Leisnig mit dem Dokument "
Fischereigerechtsame" die Bauern mit dem Recht zum Fischen in den damals
sehr fischreichen Flüssen. Die Zinsfische (Forellen) wurden nach
Lauterstein verbracht. 1434 ging Lauterstein durch Kauf an das
Geschlecht der Berbisdorfer. Wolf von Berbisdorf hat die Fischereigerechtsame
vom Fischereigut und weiteren Bauern zurückgekauft und das Fischereigut mit dem
Fischfang beauflagt.
Während des 30- jährigen Krieges brannten 1646
schwedische Soldaten den Großteil des Waldhufendorfes nieder, so auch das
Fischereigut. Der Kurfürst erzwang in Folge von den Berbisdorfern den Kauf der
Herrschaft Lauterstein. Im Auftrag von Kurfürst Johann Georg dem I. wurde 1653 an Stelle des
abgebrannten Fischereigutes die kurfürstliche Amtsfischerei in der heutigen
Gestalt errichtet. Es lässt sich durch fehlende Dokumente heute leider nicht
mehr nachweisen, ob sich der Kurfürst an der Baufinanzierung beteiligt hat. Im
vom Kurfürst eingerichteten Amt Lauterstein setzte der Kurfürst einen
Fischmeister als Aufseher für die Fisch- und Hegegewässer ein. Ihm unterstand
auch der vom Kurfürst eingesetzte Amtsfischer zu Pockau. Jeder neue
Besitzer bzw. Erbe des Amtsfischers war gleichzeitig wieder Amtsfischer. Der
Amtsfischer hatte als Beamter des Kurfürsten im Dorf eine privilegierte
Stellung. Er durfte einen Degen tragen und musste mit "Sie" angesprochen werden.
Das Fischen wurde nun hauptsächlich von dafür bestimmten Leuten durchgeführt.
Durch die Holzflößerei ging der Fischreichtum in den Flüssen zurück. Um das
geforderte Fischaufkommen zu garantieren, wurden zusätzlich noch Fischteiche angelegt. Die Fische wurden nun alle in der Amtsfischerei
verarbeitet und als frische, geräucherte und gedorrte Fische hauptsächlich an
den Hof des Kurfürsten nach Dresden geliefert. Zum Räuchern hatte man eine
Räucherei eingebaut. Der mit einem doppelt liegenden Dachstuhl großräumig
angelegte Dachraum diente in drei Ebenen dem Trocknen der Fische.
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Das Gebäude und
seine heutige Nutzung |
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Die Amtsfischerei ist heute ein
bedeutender, monumental anmutender Fachwerkbau der Region und steht seit 1953
unter Denkmalsschutz. Das Gebäude hat mit 21 m Länge, 14 m Breite und 16 m
Höhe für die damalige Zeit beachtliche Maße. Nach umfassender Sanierung von
1978 bis 2003 besticht der Bau optisch durch auf einer Schwelle mit
Schiffchenkehlung und Zahnfriese angeordneten Andreaskreuzen. Das Portal mit
Gewändern und Sitzsteinen ziert ein Eingangsbogen mit einem Fischwappen in
einer barocken Rosette. An der Rückseite wurde der Backofen wieder aufgebaut
(durch fehlenden Schornstein leider funktionsuntüchtig).
Seit 1991 dient das Gebäude als Vereinshaus und ist heute das Domizil des
Erzgebirgszweigvereines Pockau. Die im Originalzustand wieder hergestellte
Amtsstube im Erdgeschoss mit Kachelofen, umlaufenden Wandbänken und
Bauernmöbel wird vom Verein als Vereinsraum genutzt. Begünstigt durch die
vorhandene Küche kann der Raum mit ca. 50 Sitzplätzen für private
Feierlichkeiten oder für Anderes angemietet werden. Sehenswert sind die vier
verschiedenen Ausstellungen, welche Ortsgeschichte, Lebensweisen, Klöppelkunst
und Modellbahn veranschaulichen. |
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Vereinsraum
kann gemietet werden.
Geschirr steht ausreichend zur Verfügung. Auf Wunsch
ist Endreinigung möglich.
Tel. 0162 165 7141
Tel. 037367 83764 |
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Besuchen Sie unsere
Ausstellungen und Schauanlagen
Dienstag 15.00 Uhr - 17.30 Uhr geöffnet
und außerhalb der Öffnungszeit nach Vereinbarung 037367/31319
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"Wohnen wie zu
Großmutters Zeiten"
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"Ortsgeschichte in Modelldarstellung"
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altes Bauerngerät |
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